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Allgemeines05.11.2016
Die Kamera ist nicht das Wichtigste

Benjamin Franz führte beim Frauenbund in die Grundlagen der Fotografie ein

Ganz gleich ob Kompakkt-, System- oder digitale Spiegelreflexkamera - immer mehr Menschen möchten das Optimale aus ihrem Gerät herausholen, um möglichst perfekte Fotos zu machen. Folglich steigt auch das Interesse an den Grundlagen der Technik sowie des fotografischen Basiswissens.

Die Kamera haben immer mehr Funktionen und die beigefügten Anleitungen sind für den Laien oft zu langwierig und verwirrend. Ein Fotokurs kann hier in relativ kurzer Zeit Grundlagen vermitteln und gleichzeitig auftretende Fragen beantworten. Das alles waren für die Vorstandschaft des Frauenbundes gute Argumente, heuer einen Fotokurs ins Jahresprogramm aufzunehmen. Als Referent konnte Profi-Fotograf Benjamin Franz aus Cham gewonnen werden. Am Samstagnachmittag war es dann so weit, zehn Frauen hatten sich im Pfarrsaal eingefunden, um in der Handhabung ihrer Kamera etwas dazuzulernen. Wer mit den Begriffen Blende, Belichtungszeit oder ISO bis dahin nichts oder nicht allzu viel anfangen konnte, sollte in diesem Training das Wichtigste erfahren. Die technischen Voraussetzungen, die die Teilnehmer mitbrachten, hätten unterschiedlicher kaum sein können - von der klitzekleinen Kompaktkamera bis zur digitalen Spiegelreflex mit unterschiedlichen Objektiven war alles dabei. Im Laufe des ausführlichen theoretischen Teils erläuterte Benjamin Franz fotografische Themen wie Bildgestaltung, Bildaufbau, der Goldene Schnitt oder die Möglichkeiten verschiedener Lichtquellen genauer. Eine wichtige Botschaft lautete: "Ran an das Motiv"! Auch der Einfluss der Belichtungsmessmethode, die Wahl der ISO-Empfindlichkeit, Einstellungen des Weißabgleichs kamen zur Sprache. Mithilfe der Blende kann der Lichtdurchlass durch das Objektiv verändert werden. Je kleiner die eingestellte Blendenzahl, desto größer ist die Blendenöffnung und desto mehr Licht dringt durch das Objektiv. Die Wahl der Verschlusszeit hat neben der Einstellung der korrekten Belichtung ebenso wie die Wahl der Blende großen Einfluss auf die Bildwirkung. Mit einer kurzen Verschlusszeit können schnelle Bewegungen "eingefroren" werden. Eine relativ lange Belichtungszeit ermöglicht es, Bewegungen durch Verwischen Dynamisch darzustellen. Hochwertigere Kameras bieten sowohl eine Verschluss- als auch eine Blendenautomatik, bei der entweder Belichtungszeit oder Blendenöffnung manuell eingestellt werden können, der jeweils andere Wert dann von der Kamera automatisch angepasst wird. nebenbei verriet Benjamin Franz einen kleinen Trick, wie sich auch bei komplett unbewegten Objekten mit einer Spiegelreflexkamera samt Teleobjektiv interessante dynamische Effekte erzielen lassen: Während an der Kamera eine relativ lange Belichtungszeit eingestellt ist, wird durch Drehen am Objektiv bei gleichzeitiger Auslösung die Brennweite verändert (gezoomt). "Hier muss man allerdings ein wenig probieren und etliche Aufnahmen machen, bis eine gute dabei ist", riet er. Allgemein wurde deutlich, dass die Spiegelreflexkameras natürlich über die umfangreichsten Einstellmöglichkeiten verfügen. Dennoch war der Experte überzeugt, dass auch mit Kompaktkameras "unglaublich spektakuläre Fotos" gemacht werden, was einige der Frauen später im praktischen Teil unter Beweis stellten. "Es liegt nicht an der Kamera. Der Fotograf braucht einen Glick für Motive und ein Gefühl für Perspektiven" , machte Benjamin Franz deutlich. Für das dann folgende Fotoshooting hatte der Fachmann ein jugendliches Model, mutmaßlich aus dem Krieg der Sterne oder Star Treck, verpflichtet. In einer professionellen Fotostudiokulisse konnten die Teilnehmerinnen dann unter Anleitung von Benjamin Franz das Gehörte mit ihren eigenen Geräten ausprobieren. Im letzten Programmpunkt stand die professionelle Bildbearbeitung am Computer mittels Gimp 2.8, einer kostenlosen aus dem Internet herunterladbaren Software, im Mittelpunkt. Anhand eigener Arbeiten demonstrierte der Fotograf die Handhabung des Programms und zeigte eindrucksvoll, wie aus einem möglicherweise nicht einmal besonders perfekten Foto ein kleines Kunstwerk wird. (Auszug aus der Kötztinger Zeitung - as)


Redakteur: Emmi Kollross
Veröffentlicht am: 05.11.2016
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