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Versammlungen19.01.2016
Jeder Schritt zählt

Bewegung ist wichtig für ein gesundes und ausgeglichenes Leben

Es ist beileibe keine neue Erkenntnis, dass Bewegungsarmut, Trägheit und Bequemlichkeit, im ungünstigsten Fall gepaart mit ungesunder Ernährung, dem menschlichen Körper wenig zuträglich sind. Auch in der medizinischen Versorgung ist man schon seit Jhren dazu übergegangen, Patienten nach chirurgischen Eingriffen und bei internistischen Erkrankungen möglichst früh zu mobilisieren. Aktuell untersucht eine Studie sogar, inwieweit sich die sogenannte Prehabilitation günstig auf die Genesung nach orthopädischen Eingriffen auswirkt. Bei dem Ansatz trainieren Kranke schon vor dem Eingriff Beweglichkeit und Kraft. Das Training soll die Beweglichkeit verbessern und die Muskulatur stärken. So sollen Patienten nach beispielsweise Knie- oder Hüftoperationen schneller wieder fit werden und weniger Schmerzen haben. Die große Bedeutung und die vielfältigen positiven Effekte von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf den menschlichen Organismus waren am vergangenen Dienstag zentrales Thema eines vom Frauenbund organisierten Vortrages im Pfarrsaal. Als Referenten konnte Vorsitzende Marietta Hutter Masseurin und gleichzeitig stellvertretende Frauenbundvorsitzende Annemarie Roßbauer sowie Heilpraktiker Hans Multerer begrüßen. Marietta Hutter freute sich, dass annähernd zwei Dutzend Frauen gekommen waren. Annemarie Roßbauer übernahm im Wesentlichen den theoretischen Teil des Vortrages, während Hans Multerer nach einem kurzen Ausflug in die Statistik der Zivilisationskrankheiten sein Augenmerk auf praktische Tipps, wie der Alltag bewegungsreicher gestaltet werden kann, legte.

Annemarie Roßbauer erläuterte, warum aus medizinischer Sicht Aktivität besser ist als Schonung und verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung zur Osteoporose - sowie Diabetesprophylaxe und der Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems. Im Alter komme hinzu, dass damit die Selbständigkeit bei der Bewältigung des Alltags erhalten wird. Des Weiteren ließ sie die positiven Effekte auf das psychische Wohlbefinden nicht unerwähnt. Zwischendurch gab die Referentin immer wieder Tipps, wie einfache Übungen in Alltagstätigkeiten eingebaut werden können. Darüber hinaus bieten Vereine, die Vhs, Fernsehprogramme, Fitnessstudios und nicht zuletzt Physiotherapiepraxen ein breites Spektrum an Möglichkeiten, sich häufiger und intensiver zu bewegen und dabei vielleicht auch den Spaß in der Gruppe zu erfahren.

"Das Medikament Bewegung kostet nichts und hat keine NEBENWIRKUNGEN", stellte Hans Multerer kurz und bündig fest. Nicht das chronologische Alter zähle, sondern entscheidend sei das biologische und das lasse sich am besten durch Bewegung beeinflussen. Aus genetischer Sicht sei der menschliche Körper ohnehin darauf ausgelegt, sich zu bewegen, weshalb ihm Inaktivität auch so wenig zuträglich sei. Hans Multerer führte zudem ins Feld, dass Bewegungsarmut und falsche Ernährung nachgewiesenermaßen die Entstehung vieler Krebsarten begünstigen. Der Heilpraktiker, der der Pharmaindustrie äußerst kritisch gegenüberstand, gab außerdem zu bedenken, dass synthetische Hormone in den Wechseljahren und das ADHS-Medikament Ritalin den Bewegungsdrang bremsen. Das veränderte Freizeitverhalten in unserer Gesellschaft führe ebenfalls zu immer weniger Bewegung bei einem großen Teil der Bevölkerung. Anhand etlicher Zahlen verdeutlichte er die Häufigkeit von Zivilisationskrankheiten sowie deren Therapiekosten und kam damit zur Frage: Was können wir täglich tun, um das zu vermeiden? Was nun die richtige Sport- bzw. Bewegungsart ist, müsse jeder für sich selbst herausfinden, denn ein Zuviel oder "falsch angepackt" kann auch ungesand sein. Als gute Gesundheitssportarten nannte er flottes Spazieren gehen, Nordic Walking, Rad fahren (auch auf dem Heimtrainer), Joggen, sofern man sich langsam heranarbeitet, und nicht zuletzt Tanzen. Dann hieß es für die Zuhörer, selbst aktiv zu werden und zusammen mit den beiden Referenten verschiedene Übungen und auch eine Tanzeinlage auszuprobieren.


Redakteur: Emmi Kollross
Veröffentlicht am: 19.01.2016
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